
Dies ist ein Erfahrungsbericht, der nach Anonymisierung, Risikoscreening und sprachlicher Überarbeitung erstellt wurde; der Text enthält keine Angaben zur Identität, Region oder erkennbare Details der ursprünglichen Verfasserin bzw. des ursprünglichen Verfassers.
Das Schwierigste ist, nicht zu wissen, wann es das nächste Mal passiert
Mein Bruder ist gestorben. Er litt seit vielen Jahren an Alkoholabhängigkeit, aber unsere Familie hatte es nie bemerkt. Erst als er eines Tages nicht mehr in seinem Zimmer war, wurde uns das Ausmaß des Problems bewusst.
Rückblickend war seine Art zu trinken sehr unauffällig. Tagsüber arbeitete er normal, erst abends zu Hause trank er. Er kaufte immer billigen Alkohol, trank und schlief dann, und am nächsten Tag ging er wieder zur Arbeit. Wir dachten, er sei eben jemand, der „gerne ein paar Schlückchen trinkt", und schenkten dem keine Beachtung. Bis er schließlich allein in seinem Zimmer blieb und nie wieder herauskam.
Die Ärzte sagten uns, dass langfristiger starker Alkoholkonsum verheerende Auswirkungen auf Gehirn und Körper hat. Aber was mich wirklich ohnmächtig machte, war nicht der Alkohol selbst, sondern dass wir als Familie überhaupt nicht erkannt hatten, dass er sich in Gefahr begab.
Meine eigene Trinkerfahrung: von kontrolliert zu wachsam
Um ehrlich zu sein, ich trinke selbst auch. Alkohol schmeckt bitter, und bei billigen, nicht hochwertigen Sorten bekommt man hinterher Kopfschmerzen. Aber wenn man aus psychischen Problemen heraus im Alkohol Trost sucht, schmeckt man nach und nach einen gewissen Rausch heraus und entwickelt allmählich eine Abhängigkeit.
Ich habe beobachtet, dass dies bei körperlich Arbeitenden recht häufig vorkommt. Sie arbeiten hart, haben körperliche Verschleißerscheinungen, und kaufen meist billigen Alkohol. In kleinen Mengen schadet Alkohol dem Körper nicht viel; aber sobald die Menge groß wird, ist der Schaden durch Alkohol weit höher als der durch Nikotin und hat eine verheerende Wirkung auf das Gehirn.
Meine Trinkgewohnheit wurde mehr oder weniger von der traditionellen Literatur und von Filmen beeinflusst. Dichter und Ritter tranken, wenn sie fröhlich waren, und nach einem Sieg wurde ausgelassen getrunken. Aber ich mag diesen bitteren Geschmack nicht, also trinke ich nur, wenn ich fröhlich bin oder gutes Essen auf dem Tisch steht. Ich trinke eher Bier, weil Bier eiskalt ist und im Sommer gut schmeckt.
Der Unterschied zwischen Rauchen und Trinken: unterschiedliche Suchtmechanismen
Ich war auch nikotinsüchtig. Wenn ich Kummer hatte, brauchte ich tatsächlich Zigaretten, um den realen Druck zu vergessen. Aber später merkte ich, dass es immer sinnloser wurde, ein bis zwei Packungen am Stück zu rauchen. Das Nikotin war widerlich, der Geruch in engen Räumen unangenehm – das erzeugte bei mir eher ein Gefühl von Abneigung.
Nach und nach entwickelte ich eine Erkenntnis: Eigentlich reicht es, ein paar kleine Züge zu nehmen und langsam ein wenig einzuatmen, um einen benebelnden Effekt zu erzielen. Mit dieser Erkenntnis verlor ich nach über zehn Jahren Rauchens plötzlich die Sucht. Ich rauche nur noch ein paar kleine Züge, wenn ich Kummer habe, um diesen kleinen Benebelungseffekt zu erreichen – und dafür reicht weniger als eine halbe Zigarette.
Der Unterschied zwischen Rauchen und Trinken liegt darin: Zigaretten sind leicht mitzuführen, man holt sie aus der Tasche und raucht; Alkohol braucht einen Anlass, und wenn man zu viel trinkt, bekommt man Kopfschmerzen. Aber sobald beides zur Sucht geworden ist, will man rauchen oder trinken, selbst wenn man keinen Kummer damit vertreiben will. Diese beiden Dinge können nicht nur Kummer vertreiben, sie erzeugen selbst eine Sucht. Wenn sie einem nach einer Weile fehlen, ist das Gehirn unzufrieden, und man muss wieder rauchen oder trinken.
Neubetrachtung: Bei schlechter Stimmung nicht auf Alkohol und Zigaretten zurückgreifen
Ich habe im Ausland auch andere Substanzen kennengelernt, deren Wirkung sehr stark war, aber die Abhängigkeit war nicht stark. Ich erinnere mich nur, dass es damals sehr angenehm war, aber ich hatte nicht wie bei Zigaretten das Verlangen, es wieder zu nehmen. Das hat mir klargemacht: Wenn Alkohol und Zigaretten erst einmal zur Sucht geworden sind, will man rauchen oder trinken, selbst wenn man keinen Kummer damit vertreiben will. Sie erzeugen selbst eine Sucht.
Deshalb: Wenn die Stimmung schlecht ist, sollte man lieber spazieren gehen oder Ähnliches tun und nicht auf Alkohol und Zigaretten zurückgreifen. Ich habe meine Nikotinsucht nur dank dieser besonderen Erkenntnis überwunden. Am besten wirft man sie einfach weg – man wird feststellen, dass das Leben ohne Alkohol und Zigaretten keinen Unterschied macht. Als ich während der Pandemie nach der Rückkehr aus dem Ausland in Guangzhou in Quarantäne war, habe ich über zwanzig Tage nicht geraucht, und es war kein Problem.
Der Tod meines Bruders hat mir klargemacht: Alkoholabhängigkeit ist keine Frage der Willenskraft, sondern ein Signal, das man frühzeitig ernst nehmen muss. Wenn du oder deine Angehörigen gerade Ähnliches durchmachen, halte doch einmal inne und schau dir ehrlich die Trinkgewohnheiten von dir selbst oder deinen Angehörigen an. Je früher man es erkennt, je früher man Hilfe sucht, desto eher lässt sich das Schlimmste vielleicht vermeiden.
Wenn du Hilfe brauchst, kannst du dich darüber informieren, wie man Unterstützung findet, oder nachsehen, was Angehörige tun können.