Alkohol und Angststörungen

Nach dem Trinken kurz entspannt, nach dem Aufwachen oft noch ängstlicher. Angst und Alkoholkonsum gemeinsam zu bewerten, ist stabiler, als sich nur auf Willenskraft zu verlassen.

Angst und Alkoholkonsum

Alkohol kann Anspannung kurzzeitig unterdrücken, danach macht sich das Herzklopfen jedoch oft deutlicher bemerkbar.

Mit Alkohol Angst zu unterdrücken ist weit verbreitet, aber nachdem die Wirkung des Alkohols nachlässt, können Anspannung, Herzklopfen und Schlafprobleme zurückkehren und sich sogar während der Entzugsphase verschlimmern. Wenn bereits „ohne Trinken mehr Panik, nach dem Trinken schwerer aufzuhören“ auftritt, sollten Angst und Abhängigkeit gleichermaßen beachtet werden, anstatt sich nur durch weiteres Trinken durchzukämpfen.

  • Kurzfristige Linderung ist nicht gleichbedeutend mit echter Besserung.
  • Angstzustände in der Entzugsphase können sich verschlimmern
  • Herzklopfen und Unruhe müssen von Entzugserscheinungen unterschieden werden.
  • Angst und Abhängigkeit können gleichzeitig beurteilt werden.

Alkohol und Angst: Eine trügerische Beruhigung

Viele Menschen greifen bei Angstgefühlen zu Alkohol, um sich zu „entspannen". Alkohol kann tatsächlich kurzfristig eine beruhigende Wirkung haben, doch diese Linderung ist trügerisch – langfristig verstärkt Alkoholkonsum Angstsymptome erheblich.

Rebound-Angst

Alkohol erzeugt ein Gefühl der Entspannung, indem er die GABA-Aktivität erhöht. Wenn der Alkohol jedoch abgebaut ist, tritt im Gehirn ein „Rebound-Effekt" auf – die GABA-Aktivität sinkt drastisch, während erregende Neurotransmitter ansteigen, was zu stärkerer Angst als vor dem Trinken führt. Das ist die Ursache für „Katerangst".

Symptome der Katerangst

  • Herzrasen und Herzklopfen
  • Übermäßige Sorgen und Angstgefühle
  • Reue und Scham über das Verhalten der vergangenen Nacht
  • Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren
  • Unruhe und Nervosität, nicht stillsitzen können

Gesunde Methoden zur Bewältigung von Angst

🧘

Tiefes Atmen und Meditation

10–15 Minuten täglich

🏃

Regelmäßige Bewegung

Ausdauersport reduziert Angst wirksam

🧠

Kognitive Verhaltenstherapie

Angstdenkmuster verändern

😴

Ausreichend Schlaf

Regelmäßiger Schlafrhythmus

Wenn Sie Alkohol zur Bewältigung von Angst eingesetzt haben, kann das Nordkrankenhaus-Psychotherapieteam Ihnen helfen, gesündere Methoden zu erlernen. Rufen Sie 0371-65338120 an für eine Beratung.

Wie Sie die nächsten Schritte planen, wenn die Angst wiederkommt

Dokumentieren Sie den zeitlichen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Herzklopfen und vermeiden Sie die eigenmächtige Einnahme unbekannter Beruhigungsmittel. Sie können sich zunächst über Psychotherapie informieren oder telefonisch anfragen, ob eine ambulante oder stationäre Untersuchung erforderlich ist.

Diese Seite dient der Gesundheitsaufklärung und ersetzt keine persönliche Untersuchung. In Notfällen rufen Sie bitte den örtlichen Notruf an oder suchen Sie die nächstgelegene medizinische Einrichtung auf.

Häufige Fragen von Angehörigen

Sehen Sie sich zuerst die Fragen an, die für diese Seite am relevantesten sind; wenn Sie individuelle Beratung benötigen, schildern Sie die Situation telefonisch.

Ist es normal, nach dem Aufhören mit dem Trinken noch ängstlicher zu sein?

Verschlimmerte Angst in der frühen Entzugsphase ist nicht selten. Wenn sie von deutlichen körperlichen Entzugserscheinungen oder Warnsignalen begleitet wird, sollte schnellstmöglich beurteilt werden, ob eine Überwachung erforderlich ist.

Angststörung oder Entzug?

Beide können sich überschneiden. Die Beurteilung sollte auf der Grundlage des Trinkmusters, der Dauer der Abstinenz und der Veränderung der Symptome erfolgen; eine Selbsteinschätzung ist nicht ratsam.

Kann man zuerst angstlösende Medikamente einnehmen und dann mit dem Alkohol aufhören?

Die Medikamenteneinnahme muss von einem Arzt beurteilt werden, und der Alkoholkonsum sollte angegeben werden. Eine eigenmächtige Kombination oder ein plötzliches Absetzen des Alkohols kann das Risiko erhöhen.

Was kommt als Nächstes?

Zuerst können Sie sich über die Entzugssicherheit und das weitere Vorgehen informieren; bei individuellem Beratungsbedarf rufen Sie bitte telefonisch an.

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