Wenn Trinken von einer Gewohnheit zu einer unkontrollierbaren Abhängigkeit wird

Ein Familienangehöriger dokumentiert den Prozess, wie ein Familienmitglied vom gelegentlichen Trinken mit Freunden zum morgendlichen Alkoholkonsum und heimlichen Verstecken und Trinken von Alkohol übergeht, sowie die körperlichen Reaktionen während des Entzugs. Dies ist kein Problem der Willenskraft, sondern ein Krankheitszustand, der ernst genommen werden muss. Der Artikel gliedert die sechs Phasen der Alkoholabhängigkeit auf und hilft den Lesern, diese zum Abgleich zu erkennen.

Wenn Trinken von einer Gewohnheit zu einer unkontrollierbaren Abhängigkeit wird

Dies ist ein Erfahrungsbericht, der nach Anonymisierung, Risikoscreening und sprachlicher Überarbeitung erstellt wurde; der Text enthält keine Angaben zur Identität, Region oder erkennbare Details der ursprünglichen Person.

Am Anfang war es nur ein paar Gläser bei einem Treffen mit Freunden

Viele Dinge beginnen unscheinbar. Anfangs war es nur ein gelegentliches Glas mit Freunden am Wochenende – ein paar Bier, ein Gespräch, niemand fand daran etwas auszusetzen. Doch mit der Zeit änderte sich die Häufigkeit langsam. Von einmal pro Woche wurde es zu jedem zweiten Tag, schließlich zu täglichem Trinken. Als Bier nicht mehr reichte, wechselte man zu Schnaps, aus einem halben Pfund wurde ein Pfund. Damals dachten die Familienmitglieder, er habe eben einfach eine hohe Trinktoleranz, und machten sich keine weiteren Gedanken.

Später ließ seine Trinktoleranz plötzlich nach. Er wurde schon von wenig Alkohol betrunken, aber am nächsten Tag verspürte er wieder das Verlangen zu trinken. Manche sagten, sein Körper sei schwächer geworden, die Leber sei nicht in Ordnung. Doch was wirklich verwirrend war: Ohne Alkohol fühlte er sich schlecht, mit Alkohol auch. In dieser Zeit war er wie in einer Zwickmühle gefangen – egal wie, es fühlte sich einfach falsch an.

Das Schwerste war, nicht zu wissen, wann es das nächste Mal passiert

Er begann, Alkohol zu verstecken. Hinter den Schränken zu Hause, im Werkzeugkasten der Garage, sogar unter den Blumentöpfen auf dem Balkon – überall ließen sich Flaschen finden. Anfangs versuchten die Familienmitglieder, ihn zu kontrollieren, also trank er heimlich, entsorgte die Flaschen danach und tat so, als wäre nichts gewesen. Die Streitereien wurden häufiger, er wurde reizbar, warf Dinge, beschimpfte andere. Früher griff er selbst zur Flasche, später kontrollierte der Alkohol ihn – sobald er einen Schluck getrunken hatte, konnte er nicht mehr aufhören und musste weitertrinken, bis er betrunken war.

Am quälendsten war das Trinken am Morgen. Das Erste am Tag war, Alkohol zu suchen, weil sein Körper nach einer Nacht ohne Alkohol entzügig war – seine Hände zitterten so stark, dass er nicht einmal ein Glas halten konnte. Erst nach dem Trinken beruhigten sich die Hände allmählich. Da wurde der Familie klar, dass dies kein Problem des „gern Trinkens" mehr war.

Die Entzugserscheinungen waren quälender als gedacht

Er versuchte, zu Hause allein mit dem Trinken aufzuhören. In den ersten zwei Tagen ohne Alkohol war er wie verwandelt. Er war reizbar, wurde bei Kleinigkeiten wütend, litt unter Schlaflosigkeit und konnte sich überhaupt nicht konzentrieren. Tagsüber war er benommen, nachts konnte er nicht schlafen. Im schlimmsten Fall hatte er Halluzinationen – er sagte, er sehe Schatten an der Wand und höre Stimmen, die zu ihm sprächen. Die Familie bekam große Angst und brachte ihn sofort ins Krankenhaus.

Später erklärten die Ärzte, dass dies eine Form des Entzugssyndroms sei. Wenn man nach langem starkem Trinken plötzlich aufhört, zeigt der Körper eine Reihe von Reaktionen – von Handzittern, Herzklopfen und Schwitzen bis hin zu schwerwiegenderen Symptomen wie Bewusstseinstrübung und Halluzinationen. In manchen Fällen kann es bei nicht rechtzeitiger Behandlung sogar zu gefährlichen Anzeichen kommen. Die Ärzte betonten ausdrücklich, dass ein Entzug zu Hause sehr riskant ist, insbesondere bei Patienten mit schwerer Abhängigkeit – dies sollte am besten unter professioneller Aufsicht erfolgen.

Einsamkeit und Scham machten die Lage noch schlimmer

Er selbst litt ebenfalls sehr. In nüchternen Momenten wusste er, dass es so nicht weitergehen konnte – sein Körper wurde immer schwächer, die Leber war angegriffen, er konnte nicht mehr sicher gehen und reagierte verlangsamt. Er wollte nicht mehr trinken, aber jedes Mal, wenn er sich fest vornahm aufzuhören, hielt er keine zwei Tage durch und griff wieder zur Flasche. Er fühlte sich nutzlos und schämte sich, wollte nicht mehr vor die Tür gehen und schloss sich den ganzen Tag zu Hause ein.

Auch die Familie war hilflos. Sie hatten gut zugeredet, gestritten, geweint, sogar allen Alkohol im Haus weggegossen – aber er fand immer einen Weg, an Alkohol zu kommen. Es fühlte sich an wie ein Kampf gegen einen unsichtbaren Feind – man weiß nie, wann der nächste Ausbruch kommt.

Erst später verstanden wir, dass es eine Krankheit ist, kein Problem der Willenskraft

Die Ärzte erklärten uns, dass Alkoholabhängigkeit eine Suchterkrankung ist und keine Willensschwäche. Sie hat klare diagnostische Kriterien: Verlangen nach Alkohol, Toleranzsteigerung, beeinträchtigte Kontrollfähigkeit, Entzugserscheinungen, Aufgabe anderer Aktivitäten, Weitertrinken trotz bekannter Schäden. Zwei Kriterien erfüllt bedeuten eine leichte, vier eine mittlere und sechs eine schwere Abhängigkeit. Bei ihm traf damals fast alles zu.

Die Behandlung erfordert einen umfassenden Ansatz – sie lässt sich nicht allein mit einem einzelnen Medikament oder psychologischer Beratung lösen. Denn hinter der Alkoholsucht stecken oft psychische Probleme, und psychische Probleme hängen wiederum häufig mit familiären Beziehungen zusammen. Der Schlüssel zur Behandlung liegt daher in Psychotherapie und Familientherapie; Medikamente sind nur die Basis – sie dienen dazu, Entzugssymptome zu kontrollieren, den Trinkimpuls zu unterdrücken und die Körperfunktionen zu regulieren.

Schließlich entschied er sich für eine stationäre Behandlung. Die Ärzte sagten, bei leichter Abhängigkeit könne man ambulant Medikamente verschreiben, aber bei schwerer Abhängigkeit sei in der Regel ein stationärer Entzug erforderlich, gefolgt von einer langfristigen Rehabilitation. Dieser Weg ist nicht einfach, aber zumindest war die Richtung richtig.

Für Menschen, die gerade Ähnliches durchmachen

Wenn Sie oder ein Familienmitglied eine ähnliche Situation erleben, ist mein Rat: Gehen Sie zuerst zu einer Untersuchung ins Krankenhaus und lassen Sie den körperlichen Zustand und den Schweregrad der Abhängigkeit abklären. Versuchen Sie nicht, es zu Hause allein durchzustehen – Entzugserscheinungen können gefährlich sein. Die Behandlung erfordert die Ausdauer des Patienten, aber auch die Mitarbeit und Unterstützung der Angehörigen. Dies ist kein Kampf einer einzelnen Person, sondern ein Problem, dem sich die ganze Familie gemeinsam stellen muss.

Weitere Informationen zur Erkennung von Alkoholabhängigkeit und zur Unterstützung durch Angehörige finden Sie im Selbsttest-Fragebogen und im Leitfaden für Angehörige.

Alkoholabhängigkeit ist keine Willensschwäche, sondern eine Krankheit, die professioneller Behandlung bedarf.

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