Ein Bauarbeiter zwischen Alkohol und Leid: nüchtern besonnen, betrunken außer Kontrolle

Ein 50-jähriger Bauarbeiter, nüchtern bescheiden und kultiviert, doch nach dem Trinken ein völlig anderer Mensch. Er trägt die Konflikte seiner Herkunftsfamilie und die Einsamkeit des Lebens in der Fremde auf seinen Schultern und betäubt mit Alkohol die hunderte Pfund schwere Bitterkeit in seinem Inneren. Dies ist eine Geschichte darüber, wie „Kummer mit Wein zu ertränken“ den Einzelnen und die Familie beeinflusst.

Ein Bauarbeiter zwischen Alkohol und Leid: nüchtern besonnen, betrunken außer Kontrolle

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Der „Dichter“ auf der Baustelle: Im nüchternen Zustand ist er ein anderer Mensch

Auf einer Baustelle in der Hangzhou-Bucht gibt es einen besonderen Mann. Er ist fast fünfzig Jahre alt, 1,80 m groß, spricht im Alltag kultiviert und gebildet, begegnet anderen freundlich und hilfsbereit und hat eine ritterliche, großzügige Art. Seine Arbeitskollegen sagen, wenn er nüchtern ist, sei er groß und stabil, zuverlässig bei der Arbeit, und im Gespräch zeige sich stets seine kulturelle Tiefe, sodass man sich ihm gerne nähere.

Doch hinter dieser „Normalität“ verbirgt sich ein Geheimnis, das niemand kennt. Er heißt Sa Beimin (Pseudonym), stammt ursprünglich aus dem Nordosten Chinas und ließ sich später in Sanmenxia in Henan nieder. Er verließ seine Heimat, um auf einer Baustelle in der Fremde seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Die Konflikte in seiner Herkunftsfamilie zerrten jahrelang an ihm, und alle Sorgen drückte er tief in sein Inneres. Er gibt offen zu, dass sein Kummer im Herzen mehrere hundert Jin wiegt, doch er hat niemanden, dem er sich anvertrauen kann, und keinen Ort, an dem er ihn loswerden kann.

Sobald er das Glas in die Hand nimmt, ist er wie verwandelt

Sa Beimins Verhältnis zum Alkohol ist kein einfaches „gern trinken“. Sobald er ein Glas in die Hand nimmt, scheint er sich in einen anderen Menschen zu verwandeln. Er trinkt erst dann, wenn sein Körper taub ist, und wiederholt dabei ständig, dass er nicht betrunken sei, doch seine Augen sind gerötet, und man kann nicht unterscheiden, ob es Tränen oder Müdigkeit sind – Lachen und Weinen sind ihm gleichermaßen unmöglich. Die Emotionen, die er nüchtern jahrelang unterdrückt hat, brechen nach dem Rausch vollständig hervor. Er wird jähzornig und impulsiv, als würde er niemanden mehr kennen oder jemandem mehr vertrauen.

Andere kritisieren nur seine Trunksucht und sein unangemessenes Verhalten im Rausch, doch nur wenige verstehen die tiefe Bitterkeit in seinem Herzen. Der harte Alkohol ist gar nicht sein Hobby, sondern wurde zum einzigen Ventil, durch das dieser vom Leben gezeichnete Mann seine Gefühle entlädt. Voller Geschichten und voller Kränkungen im Herzen kann er nur allein vor dem Glas seine halbe Lebenswanderung voller Entbehrungen verarbeiten.

„Das Leben ist eben so“ – ein Seufzer, der im Wein verborgen liegt

Wenn Sa Beimin betrunken ist, wird er immer zum Dichter, und der Satz, den er am häufigsten sagt, lautet: „Das Leben ist eben so, ach, das Leben ist eben so.“ Er sieht die Dinge der Welt gelassen und sagt oft offen, dass er Leben und Tod längst gleichgültig gegenübersteht; selbst wenn er in der Fremde ums Leben käme, wäre ihm das gleichgültig – überall auf der Welt sei seine Heimkehr. Diese Haltung des „ist mir egal“ macht die Menschen um ihn herum sowohl betroffen als auch ratlos.

Ärzte haben ihn bereits gewarnt, keinen Alkohol mehr zu trinken, doch die Anziehungskraft des Alkohols geht weit über eine rein körperliche Abhängigkeit hinaus. Er ist wie ein vorübergehendes Schutzgebiet, das ihm erlaubt, dem Druck der Realität zeitweise zu entfliehen. Doch nach jedem Rausch kehren Schuldgefühle und das Gefühl der Ohnmacht im nüchternen Zustand zurück und bilden einen Kreislauf, der schwer zu durchbrechen ist.

Das Schwierigste ist, nicht zu wissen, wann es das nächste Mal passiert

Für die Familie von Sa Beimin ist das Schwierigste nicht das Trinken selbst, sondern nicht zu wissen, wann der nächste Kontrollverlust eintreten wird. Wenn er nüchtern ist, scheint alles normal; doch sobald der Alkohol in seine Kehle fließt, können alle Bemühungen im Nu zusammenbrechen. Diese Ungewissheit versetzt die Familienmitglieder in einen Zustand dauerhafter Anspannung und Angst.

Die Geschichte von Sa Beimin ist kein Einzelfall. Unter den Menschen, die fern der Heimat arbeiten, tragen viele einen ähnlichen Druck: Konflikte in der Herkunftsfamilie, wirtschaftliche Lasten, die Einsamkeit fern der Angehörigen. Wenn diese Gefühle keinen Ausweg finden, wird Alkohol zum am leichtesten erreichbaren „Heilmittel“, doch zugleich ist er die gefährlichste Falle.

Die Menschen in seiner Umgebung sollten sich vielleicht fragen: Wie viel unaussprechlichen Kummer birgt jener Mensch, der am Tisch immer sagt „Das Leben ist eben so“, tatsächlich in sich? Sind wir bereit, uns etwas mehr Zeit zu nehmen, um den Geschichten hinter diesem Schweigen zuzuhören?

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