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Zuerst dachten wir nur, er trinke gern ein paar Gläschen, später merkten wir, dass er ohne Alkohol nicht mehr konnte
Wenn jemand in der Familie trinkt, ist das zunächst keine große Sache. Zu Feiertagen, bei Treffen mit Freunden ein paar Gläser zu trinken, empfinden alle als normal. Aber nach und nach änderte sich die Lage. Er fing an, jeden Tag zu trinken, egal ob morgens oder abends, und morgens war das Erste, wonach er suchte, der Alkohol. Beim Essen war der Alkohol wichtiger als das Essen, manchmal aß er gar nicht und trank nur. Die Familie redete ihm zu, er stimmte mündlich zu, aber im nächsten Moment trank er heimlich weiter.
Die Menge, die er trank, wurde immer größer. Früher wurde er schon von einer Flasche Bier rot im Gesicht, später zeigte er selbst nach einem halben Kilo Schnaps keine Anzeichen von Trunkenheit. Das war keine bessere Trinkfestigkeit, sondern der Körper hatte eine Toleranz gegenüber Alkohol entwickelt. Der Arzt sagte, das sei ein typisches Zeichen von Alkoholabhängigkeit – um denselben Effekt zu erzielen, müsse man immer mehr trinken.
Das Schwerste war, nicht zu wissen, wann es als Nächstes passieren würde
Was der Familie am meisten Angst machte, war nicht das Trinken selbst, sondern die beängstigenden Zustände, die auftraten, sobald er nicht trank. Mehrmals konnte er aus verschiedenen Gründen nicht trinken, und er war wie verwandelt – er konnte nicht stillsitzen, bekam schwitzige Hände, zitterte so stark, dass er nicht einmal ein Glas halten konnte, und ihm war übel. Die Familie dachte, er sei krank, und brachte ihn sofort ins Krankenhaus. Der Arzt fragte nach und sagte, das sei ein Entzugssyndrom. Sobald er wieder etwas trank, verschwanden diese Symptome schnell.
Diese Wiederholungen brachten die Familie an den Rand der Verzweiflung. Wenn er nüchtern war, wusste er selbst, dass das nicht richtig war, aber sobald das Entzugssyndrom einsetzte, war ihm nichts mehr wichtig, außer irgendwie an Alkohol zu kommen. Die Familie wusste nicht, wann er das nächste Mal plötzlich wieder solche Zustände haben würde, und auch nicht, wann diese Zeit ein Ende haben würde.
Sein Charakter veränderte sich, und die Familie wurde mit müde
Nach langem starkem Trinken veränderte sich sein Charakter deutlich. Früher war er ein ziemlich verantwortungsbewusster Mensch und arbeitete gewissenhaft. Aber später wurde er immer egoistischer, kümmerte sich nur noch darum, ob er an Alkohol kam, und kümmerte sich nicht mehr um die Angelegenheiten der Familie. Seine Stimmung war auch instabil, er wurde schnell wütend und schob berufliche oder private Rückschläge auf andere. Auch sein Gedächtnis ließ stark nach – was er gerade gesagt hatte, vergaß er im nächsten Moment.
Die Kommunikation mit ihm wurde für die Familie immer schwieriger. Er schien in seiner eigenen Welt zu leben, mit einem extremen Verlangen nach Alkohol, und versuchte mit allen Mitteln, daran zu kommen. Wofür das Geld der Familie ausgegeben wurde, war ihm egal, aber das Geld für den Alkohol durfte nicht fehlen. Wenn die Familie ihn bat, weniger zu trinken, hatte er das Gefühl, dass sich alle gegen ihn verschworen hatten, und die Beziehungen wurden immer angespannter.
Der körperliche Zusammenbruch kam nicht von heute auf morgen
Die körperlichen Probleme durch langfristigen starken Alkoholkonsum bauten sich nach und nach auf. Er bekam häufig Magenbeschwerden, konnte nichts essen und verlor stark an Gewicht. Später stellten Untersuchungen fest, dass auch die Leber Probleme hatte, dazu kamen Unterernährung und Schlaflosigkeit. Der Arzt sagte, Alkohol sei eine nervenaffine Substanz; langfristiger übermäßiger Konsum schädige das Nervensystem und beeinträchtige auch die Funktion der inneren Organe.
Die Familie sah ihn von Tag zu Tag dünner werden, war besorgt, konnte ihn aber nicht aufhalten. Er wusste selbst, dass sein Körper nicht mehr in Ordnung war, aber er konnte einfach nicht aufhören. Manchmal sagte er, er wolle aufhören, aber nach ein paar Tagen fiel er in die alten Muster zurück. Dieses Hin und Her machte der Familie sowohl Kummer als auch Hilflosigkeit.
Was kann die Familie tun? Zuerst die Lage verstehen, dann Unterstützung suchen
In einer solchen Situation fühlt sich die Familie meist zuerst hilflos. Sie haben zugeredet, gestritten, sogar daran gedacht, ihn aufzugeben, aber am Ende konnten sie es nicht. Tatsächlich gilt Alkoholabhängigkeit in der Medizin als eine wiederkehrende Erkrankung des Gehirns, die nicht allein mit Willenskraft gelöst werden kann. Was die Familie tun muss, ist nicht, alles allein zu tragen, sondern zuerst zu verstehen, um was es sich handelt, und dann professionelle Unterstützung zu suchen.
Wenn jemand in der Familie ähnliche Probleme hat, kann man versuchen, sich zunächst über Alkoholabhängigkeit zu informieren, zum Beispiel was ein Entzugssyndrom ist und warum er nicht aufhören kann. Dann kann man erwägen, eine professionelle medizinische Einrichtung zu kontaktieren, damit Ärzte eine Einschätzung und Intervention vornehmen. Die Unterstützung der Familie ist wichtig, aber professionelle Hilfe ist ebenso unverzichtbar.
Dieser Weg kann lang sein, aber jeder Schritt lohnt sich. Weitere Informationen darüber, wie Angehörige damit umgehen können, finden Sie im Leitfaden zur Unterstützung für Angehörige. Wenn Sie sofort Hilfe benötigen, können Sie sich auch den Weg zur Notfallhilfe ansehen.
Langfristiger Alkoholkonsum schadet nicht nur dem Körper, sondern verändert auch einen Menschen und nimmt der ganzen Familie das Gefühl von Sicherheit.